01.09.2021 | ArcelorMittal Bremen

    Diversität, Inklusion und Zusammengehörigkeit

    Vielfalt umarmen und feiern – Für ArcelorMittal bedeutet Vielfalt eine Belegschaft, die verschiedene Kulturen, Generationen, Geschlechter, ethnische Gruppen, Nationalitäten, Fähigkeiten, soziale Hintergründe und viele andere einzigartige Unterschiede widerspiegelt, die jeden von uns zu einem individuellen Wesen machen.


    Das Projekt „Integration von Jugendlichen durch Sport und Bildung“ initiiert von unserem Krankenbetreuer Mehmet Altung hat beim diesjährigen Wettbewerb in der Kategorie „Change Agent“ den 1. Platz gewonnen

    Vielfalt umarmen und feiern, unter diesem Motto hatte ArcelorMittal Europe Flat Products HR im Februar eine Kampagne vorgestellt, um Diversität, Inklusion und Zusammengehörigkeit und das Bewusstsein für die Diversitäts- und Inklusionsstrategie der Gruppe zu fördern. Die Kampagne präsentiert Initiativen zu diesem wichtigen Thema innerhalb des Unternehmens und erfuhr mit 69 abgegebenen Projekten eine überwältigende Resonanz aus den Werken.

    Am 30.04.2021 fand eine Ehrung mit Vertreter*innen aus den Gruppen durch den Vorstandsvorsitzenden Reiner Blaschek und dem Arbeitsdirektor Michael Hehemann statt. Das Projekt “Integration von Jugendlichen durch Sport und Bildung” initiiert von unserem Krankenbetreuer Mehmet Altun hat beim diesjährigen Wettbewerb in der Kategorie „Change Agent“ den 1. Platz gewonnen.

    Mehmet Altun lebt Diversität seit vielen Jahren.

    Er hat sich sehr früh mit dem Thema Integration auseinandergesetzt und ist bereits seit 42 Jahren ehrenamtlich tätig. Bereits in den 60er Jahren war seine Familie auf sich selbst gestellt, da der Vater aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist und bei uns im Unternehmen als „ehemaliger Gastarbeiter“ eingestellt wurde. 1979 - erst 17 Jahre später ist die Familie auch nach Deutschland gekommen.

    Anfangs eine sehr schwierige Zeit in Deutschland

    „Mein türkisches Abitur wurde hier nicht anerkannt. Also habe ich das deutsche Abitur nachgeholt und dann studiert. Mittlerweile arbeite ich nun auch seit 31 Jahren für das Bremer Stahlwerk. 1979 gründete ich einen Verein, der seit 1982 auch gemeinnützig anerkannt ist”, so Mehmet Altun.

    Warum haben Sie den Verein gegründet?

    „Als ich damals nach Deutschland kam, konnte ich kein Wort Deutsch. Es gab auch von außen kaum Unterstützung, um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Aus diesem Grund gründete ich mit weiteren Studenten den Verein, um ausländischen Jugendlichen zu helfen, damit ihnen die Integration etwas leichter fällt.

    Seitdem werden zahlreiche integrative Projekte initiiert und ich versuche, soweit es möglich ist, bei dem einen oder anderen Projekt aktiv mitzuwirken, damit uns die Integration gelingt. Wie zum Beispiel im Projekt „Fußball verbindet“. Die Zielgruppe sind die Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung. Wir spielen mit den Jugendlichen (überwiegend aus Afghanistan und Syrien) viel Fußball. Das funktioniert auch in der Gruppe mit unterschiedlichsten Nationalitäten hervorragend. Fußball kennt keine Sprachbarrieren. Hier geht es nicht nur um Fußballspielen, sondern auch darum, dass die Zielgruppe einen Teamgeist entwickelt, ein Gefühl der Zugehörigkeit spürt und sich gegenseitig zu respektieren lernt. Nicht zuletzt werden die Werte und Normen unserer Gesellschaft vermittelt und ein Impuls für das Demokratieverständnis gegeben.

    Ebenso unterstützen wir bei Behördenbriefen oder schulischen Angelegenheiten. Es gibt im Verein Tandem-Patenschaften, das heißt, es gibt Mentoren und Mentees, wie z. B. Geflüchtete. Ein sehr schönes Erlebnis bekam ich neulich von einem Mentor rückgemeldet, dessen Patenschaft nun schon neun Jahre zurückliegt. Sein Mentee spricht inzwischen sehr gut Deutsch, hat einen guten Arbeitsplatz, ist verheiratet, Vater geworden und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Das ist das, wo wir hinwollen - woher wir kommen, ist irrelevant.

    2004 wurde Ihnen sogar das Bundesverdienstkreuz für Ihr ehrenamtliches Engagement verliehen!

    Ja, darüber habe ich mich sehr gefreut. Es ist schön, wenn die eigene Ehrenamtlichkeit so gewürdigt wird. Aber ich hätte mich auch ohne Auszeichnung weiterhin stark für unsere Gesellschaft engagiert.

    Wie schaffen Sie es, die Probleme der Vereinsmitglieder nicht zu dicht an sich heran kommen zu lassen?

    Ich habe es gut hinbekommen, die ehrenamtliche Tätigkeit und mein Privatleben in Einklang zu bringen. Ich habe über die Jahre gelernt, auch mal nein zu sagen.

    Herr Altun, ein tolles Engagement! Vielen Dank für das Gespräch! Einen herzlichen Dank auch allen anderen Teilnehmer*innen für Ihr Engagement und Ihren wertvollen Beitrag für Diversität und Inklusion!